Jedem, der mit Tantra zu tun hat, sind schon einmal Shiva oder Shakti begegnet. Über diese beiden Begriffe findet man in der Literatur oder im Internet eine Vielfalt verwirrender Informationen. Bei Seminaren werden Anrufungen gesungen oder rezitiert. Für manche entsteht dadurch ein ersehntes, mystisches Flair. Übersättigt durch das abgestumpfte Vokabular hiesiger Religionen und Traditionen, wenden sich heutige Sucher oder einfach Sex-Interessierte leichter den Reizen des Fernen zu. Sie umgehen so gekonnt die Fänge der unbewussten Konditionierung im eigenen Inneren. Mit Neugier, ja sogar Ehrfurcht und Andacht betreten sie unbekannte heilige Räume, die sich ihnen gerade durch das Fremdländische neu erschließen.

107-0706_IMGJedenfalls scheinen Shiva und Shakti Sehnsüchte zu berühren und zu bedienen, gerade weil sie so wenig greifbar sind. Als Ausdruck göttlicher Energie sind sie Ursprung und Ziel zugleich. Wenn man sich sowohl Shiva als auch Shakti als formloses reines Licht vorstellen kann, bleiben sie trotz aller Göttlichkeit zwei unterschiedliche Energieformen, die, wie könnte es anders sein, zumindest in unserer Fantasie dann und wann das Tor der Dualität durchschlüpfen und zum Einen verschmelzen sollten.

Gehen wir davon aus, dass ein Funke von Shiva in jedem Mann wohnt, und entsprechend auch jede Frau innerlich den Hauch von Shakti  trägt, wundert es dann, dass eins sich immer wieder unwiderstehlich zum anderen hingezogen fühlt? Doch gestehen wir uns – vielleicht schweren Herzens – ein, dass das Einswerden und erst recht das Einssein hier auf der Erde oft nicht so recht gelingen wollen?

Stellen wir uns doch nur einmal vor, dass Shiva bereit ist, in Form eines Licht-Phallus sich mit einer ganz irdischen Frau zu verbinden. Sein überdimensionaler Lingam besteht aus feinstem, himmlischen und heilsamen Licht. Er kommt nur, um zu nähren, zu segnen, zu erfreuen, und um sich und seine immense Lust- und Liebesenergie zu verschenken. Leise und unsichtbar betritt er hauchfein das Energiefeld einer willigen Frau. Sie öffnet durch den seligen Lufthauch seines Duftes berührt ihre Beine. Mit der göttlichen Eichel pocht er zart an ihre Pforte. Wird sie weit für ihn, sprühen erste zarte Lichtfunken um ihren Eingang herum, bis sie ihm weiteren Einlass gewährt. Sie allein entscheidet, wie sehr er sie befruchten darf.
LichtlingamEr folgt nur den Signalen ihres Körpers. Mit ihrem tiefen Atem tritt er in sie ein, erfüllt ihren Schoß, klettert auf ihrem Herzenspfad weit nach oben und betört sie innen und außen mit himmlischen, leuchtenden Liebesfäden. Alle ihre Zellen und Poren werden von seinem Sternenstaub energetisiert, gereinigt, geheiligt, erotisiert – wenn sie es zulassen kann. Er schenkt ohne Zögern.  Wenn ihm ihr Ja entgegenpulst, schwängert er lächelnd auch ihren Atem und nimmt so ganz und gar von ihr Besitz. Sie wird auf einmal ganz eins mit seinem gigantischen Lingam, spürt sein Pumpen und Tosen im Inneren. Lässt seine unfassbare Energie anwachsen, wird mitgerissen, bis sie selbst – zum göttliches Gemächt geworden – in reinster Wollust orgiastische Lichtfunken ins Universum schleudert.

So könnte jede kleine Menschen-Shakti jederzeit geheiligt und veredelt werden. Doch Offenheit und Bereitschaft sind immer noch rar. Viele Frauen verspannen sich und verschließen ihre Yoni voller Angst, wenn das Liebeswunder um Einlass bittet. Alte Wunden aus unsensibler Menschenlust verhindern die Hingabe. Shiva kann helfen, diese Widerstände sanft wegzuschmelzen und auch der ganz irdische Mann, wenn er zusammen mit Shiva neu beginnt.

Weitere Infos zur Lichtlingam-Meditation

Text: Regina Heckert (Tantralehrerin, Sexualtherapeutin, Familienstellerin)
Website: befree-tantra.de

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Regina Heckert

Regina Heckert ist 1956 geboren. Sie hat bereits als junge Frau Tantra Rituale entwickelt und zelebriert, später dann auch Tantra im Außen gefunden und bei vielen Lehrern „studiert“. Ihre tantrische Arbeit wird ergänzt, erweitert, vertieft und bereichert durch die Anbindung an alte tantrische Texte und Überlieferungen, zeitgemäße spirituelle Weisheit und Lehren, sowie die Aufstellungsarbeit nach Bert Hellinger.

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