Die Urfrau Shakti

Shakti ist die Urfrau und eine weise Göttin. “Im Devi Mahatmya ist die Göttin die höchste Realität und verkörpert alle positiven und negativen Aspekte von Macht und Energie. Sie wird als kreativ, erhaltend und zerstörend angesehen. Die männlichen Götter, die Trimurti, werden in diesem Text zwar weiterhin als Gottheiten der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung angesehen, jedoch wird Mahadevi als die Kraft angesehen, die den Kräften der männlichen Götter zugrunde liegt, d. h., ihre Macht und Bedeutung geht über diese hinaus.” (Wikipedia)

Darf sie, neben diesen zweifellos wunderbaren Qualitäten, auch sexy sein? Das will ich wissen und frage einen spirituellen Mann, ob ich ihm meine Strapse und Strümpfe vorführen soll. Seine Antwort flüstert er mir ins Ohr: „Spirituell ja, aber die Betonung liegt auf Mann…!“

P1000313Juhuuu, ich darf also anziehen, was ich will. Und ich will spielen. Als einzige Frau komme ich mit halbdurchsichtigem BH aus feinster Spitze unter dem Lunghi ins abendliche Tantra Ritual. Und schnell setze ich mich ihm gegenüber auf mein Meditationskissen. Ein bisschen Angst habe ich nur vor missbilligenden Blicken, wenn mich andere Frauen so gestylt sehen. Als ich später meinen Lunghi langsam öffne und herabgleiten lasse, ist er begeistert ob des Anblicks.
„Eine wahre Shakti braucht keine sexy Dessous!“, mögen mir die Tantra-Lehrerinnen entgegen halten. Oder nicht? „Tragt ihr immer nur den Lunghi im tantrischen Setting?“, frage ich euch interessiert.

Meine innere Shakti ist eine nahbare Göttin, die verehrt wird und eine verführerische Göttin, die begehrt wird. Ich visualisiere ihre Stärke und Klarheit, wenn es darum geht, meine Wünsche an Shiva zu äussern. Ich lebe und liebe die Langsamkeit im Liebesspiel und das feine Hinspüren. „Wenn Du in mir bist und dich nicht bewegst, prickelt es im ganzen Körper. Und meine Yoni ist viel fühliger.“ sage ich zu Shiva. Aus mir spricht die sanfte Shakti.
Meine wildere Shakti möchte ihren Shiva zu leidenschaftlichem und intensiven Sex verführen, bei dem sie schwitzt und ihre Fassung verliert, weil sie ihre Hingabe lebt. Ist meine Shakti wild, sucht sie einen starken männlichen Gegenpol.

Der göttliche Shiva
Wenn *Shiva sein* heisst: “Am besten verbeugst du dich 5mal mehr vor deiner Shakti und küsst ihr die Füsse. Und unbedingt vorher fragen, ob sie denn jetzt bereit wäre, dass sein Lingam ganz sanft und achtsam in sie gleiten darf!” kann ich nichts damit anfangen. Mein göttlicher Shiva lässt sich nicht weichkochen von der Welt. Ich fühle mich zu einem Shiva hingezogen, der Integrität und Durchsetzungskraft besitzt.

Mein Shiva unterdrückt nicht seine Sensibilität in der Beziehung mit einer Frau. Ein berührbares Herz pocht in seiner Brust und er kann lieben.
Kann er mich aushalten, wenn ich vor Wut über die Welt tobe? “Nimmt das Unheil im Universum zu, so verbinden sich laut Tradition Sarasvati, Lakshmi und Parvati zu Kali, der dunklen Seite Shaktis, die alles auf ihrem Weg zerstört.” (Wikipedia, s.o.)

Mag er mich auch, wenn die Lust in mir brennt in Momenten, die er nicht vorhersehen kann?
Für diese beiden Fragen an Shiva habe ich noch keine Antwort erhalten. Ich hoffe, sie kommt noch irgendwann. Von einem mir gegenübersitzenden Mann.

Text: Irene (Heilpraktikerin und Journalistin)
Website: www.lifestyleandsociety.wordpress.com

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Irene ist Heilpraktikerin und Journalistin.

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