Grenzen respektieren, wertschätzen – und sie dann überschreiten!

Workshops sind Brutstätten für Neues.

Workshops gebe ich seit 15 Jahren – und eigentlich nur aus einem Grund: es macht mir Spaß, Menschen dabei zu begleiten, ihre eigenen Begrenzungen zu überwinden. Es ist unendlich schön zu sehen, wie sie dabei Altes loslassen, das sie nicht mehr brauchen und neuerlich in ihre ursprüngliche Schönheit hineinwachsen…

Wichtig dabei ist für mich, Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren.

So wie die meisten Menschen kann auch ich nicht hellsehen. Zwar hab ich ein „gerüttelt Maß“ an Erfahrung als Seminarleiter und auch Intuition und Menschenkenntnis, aber ich kann letztlich nicht in mein Gegenüber hineinschauen, und kenne meist dessen Lebensgeschichte auch nicht besonders gut. Trotzdem bin ich damit beschäftigt genau hier Unterstützung anzubieten. In diesem Moment schwingen all die Ereignisse, die zu dem geführt haben, was den Menschen nun bestimmt, der gerade vor mir sitzt, zusammen. Und oft ist der Zusammenklang noch nicht sonderlich harmonisch. Dieser Mensch ist hier, weil Altes gelöst werden will und neue Erfahrungen gemacht werden wollen.

 

Neues Tun?

Wenn du ständig das Gleiche machst, wundere dich nicht, dass du ständig die gleichen Ergebnisse erhältst, heißt es in einem Sprichwort. Oder, positiver ausgedrückt: „wenn du etwas Neues in deinem Leben haben willst, dann ist es gut etwas anders zu machen als bisher!“

Bei den etwas „ernsthafteren“ Themen des Lebens bedeutet das meistens auch, dass man gewisse Grenzen überschreiten muss, die man bisher bewusst oder unbewusst eingehalten hat. Gerade hier kann ich als aktuell involvierter Begleiter (Seminarleiter, Coach,…) dann auch tatsächlich sehr hilfreich sein: beim Aufdecken der Grenzen, beim Hinterfragen der Grenzen und dabei, eine Idee zu entwickeln wie es möglich wäre diese zu überschreiten und neue Wege zu gehen. So wenig ich über die Hintergründe weiß: die Wirkungsweisen der Entstehung von Blockaden kenne ich sehr gut – und auch Möglichkeiten diese aufzulösen.

 

Grenzen sind wertvoll

Das m. E. wichtigste dabei ist, die Grenze erst einmal zu würdigen: sie war eine in einer Lebenssituation gültige sinnvolle Maßnahme um ein gutes Leben zu führen. Sie war also eine gute Maßnahme … Beispiel: wenn ich als kleines Kind einem großen Hund gegenüberstehe, der mir Angst macht und mich evtl. sogar verletzt, so dass sehr schnell eine Menge emotionaler Energie freigesetzt wird, die ich in diesem Moment nicht verarbeiten kann, werde ich diese in meinem System „einlagern“, also ein „Trauma“ bilden; die emotionale Energie des unbewältigbaren Gefühls wird zur eingelagerten „Emotion“, die ich in Zukunft mit mir herumtrage. In so einer Situation ist es eine sinnvolle Maßnahme, dass mein System eine Grenze einbaut: wenn Begegnung mit Hund zu Angst bzw. zu Re-Aktivierung der gespeicherten emotionalen Energie führt, dann ist Vermeidung der Situation ein sinnvoller Weg dies zu verhindern. Ich werde also in Zukunft einen weiten Bogen um Hunde machen. (Hier ist es nun der Hund, analoge Beispiele aus anderen Themenbereichen kannst Du sicher selbst finden.)
Diese Grenze schützt mich also zunächst davor, wieder in Kontakt mit der in der initialen Situation nicht verarbeitbaren Energie zu kommen … langfristig verhindert sie natürlich freundvolle Begegnungen mit Hunden, und das kann eine schwere Beeinträchtigung meiner Lebensfreude darstellen.

Gerade in Tantra Seminaren und in Seminaren zu Körperbewusstsein kommen öfters Menschen, die traumatische Erinnerungen / Erfahrungen haben und diese lösen wollen. Und das ist auch gut so, auch wenn natürlich ein Tantra Seminar oder ein Abendworkshop keine Therapie ersetzen kann! An einem gut geleiteten Abend kann aber doch Einiges in Bewegung gebracht werden.

Und das funktioniert primär dadurch, dass die Grenze erst einmal als sinnvoll und wohl-tuend angenommen wird: wenn man sie wert-schätzt. Vielleicht ist es sogar eine prima Idee, dass sich der Betroffene bei diesem Muster bedankt, wenn er es denn endlich formulieren und somit (wenigstens ein Stück weit) von außen betrachten kann.
Frage Dich z.B.: Was hat diese Grenze, diese Einschränkung oder dieses Verhalten denn Gutes gebracht, was war der positive Effekt?

Worin will ich denn nun mich befreien / wo genau kann denn eine Los-Lösung stattfinden? Steckt da noch alte Angst/Wut/Trauer … kurz: Emotionale Energie drin? Hier kann Dir Dein Körpergefühl sehr viel weiter helfen, um zu verstehen was los ist. Hypnotische Formate, Körper-Erinnerungs-Methoden oder auch energetische Heilmethoden können Dich an dieser Stelle unterstützen. Auch wenn es sich in diesem Moment manchmal anfühlt, als wären Berge zu überwinden: mit einer verständigen Begleitung gelingt der erste Schritt, dann der zweite … und jeder ist zu bewältigen 🙂

Denn sobald bewusst ist, dass das traumatische Ereignis selbst in der Vergangenheit liegt und nicht mehr bestimmend ist für die Gegenwart und Zukunft, und sobald diese gespeicherte emotionale Energie abgebaut ist, kann der Weg in ein neues Verhalten gelingen: ganz von selbst ergeben sich neue Möglichkeiten. Du „brauchst“ dann Dein altes Verhalten nicht mehr…

Die Lösungsformel ist also: Grenzen respektieren, wertschätzen – und sie dann überschreiten!

 

PS: Und ewig grüßt das Murmeltier?

Nun gibt es manchmal den Eindruck, man würde eine Sache wieder und wieder „bearbeiten“, und letztlich doch immer wieder im gleichen Loch landen.
Aus der Sicht des urteilenden Richters, der von ganz weit oben auf einen herab schaut, mag das sogar so sein: immer wieder dreht man sich im Kreis und kommt an denselben Themen-Punkten vorbei.

Sobald Du Dich jedoch näher betrachtest, wirst Du feststellen, dass die Themen sich gleichen, aber die Inhalte doch nicht identisch sind. Mit jedem Mal „durcharbeiten“ bist Du ein kleines bisschen „höher“ gekommen: dein Leben verläuft gar nicht in Kreisen, sondern es ist eine Spirale: jedes Mal, wenn Du ‚über‘ einem „Thema“ bist, erlebst Du etwas das Dir das Thema auf einer anderen Ebene wieder ins Bewusstsein bringt.
Sobald Du das Thema (Trauma etc.) gelöst hast, wird es Dich nicht mehr anziehen und Du kannst Dich anderem widmen. Aber so lange das Thema noch nicht aufgelöst ist, wird es immer wieder auftauchen. Es lohnt sich also, bei jeder Umdrehung richtig hinzusehen und über die Grenzen hinauszukommen.

Wunderbar geeignet als Grund“behandlung“ ist übrigens die Herzmeditation, bei der Du Deine Aufmerksamkeit in Deine Liebe in der Mitte Deines Brustraumes hinein sinken lässt und gleichzeitig wahrnimmst wie die Liebe nach außen strömt. Vom warmen Strom der Liebe werden Grenzen dann geschmolzen und das Trauma integriert … auf diesem Weg musst Du Grenzen nicht einmal mehr „überschreiten“: Du integrierst das Thema mit Hilfe Deiner Liebe und erweiterst so Dein Lebensfeld wieder.

 

 

Text: Ramos
Gründer der Liebesschule

Link: Andere Texte von Ramos auf tantranetz.de

Website: www.liebesschule.de

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Ramos

Ramos beschäftigt sich seit seiner Jugend mit Spiritualität, mit Tantra kam er 1990 in Berlin in Berührung. 2012 startete er die "Liebesschule", in der in verschiedenen Seminaren Lebens- und Körperbewusstsein in tantrischer Weltsicht vermittelt wird. Neben diesen Workshops bietet er Einzelsessions in Energiearbeit und Hypnose (www.Alpha-Chi.de), entspannende aquatische Körperarbeit (www.Aguahara.de) an und entfernt Reikieinweihungen bei Menschen, die Probleme mit der Einweihung haben (reiki-frei.de). Website: www.liebesschule.de

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